Verwertbarkeit von Magnesiumsalzen im Körper

Heißt ‚schlecht löslich’ automatisch auch für den Körper schlecht verwertbar?

Der Gedanke hält sich hartnäckig: Ein schlecht lösliches Salz muss für den Körper automatisch schlecht verwertbar sein. Das aber ist falsch. Denn die Angaben zur Löslichkeit eines Salzes wurden unter Laborbedingungen ermittelt - und Chemiker haben diese Bedingungen penibel standardisiert. Unser Körper aber ist kein Reagenzglas! Vielmehr finden sich im Magen-Darm-Trakt stark abweichende pH-Werte, weitere Salze und andere Temperaturen als unter Standard-Bedingungen. Allein schon deshalb kann sich die Löslichkeit von an sich schlecht löslichen Salzen wie beispielsweise Magnesiumoxid erhöhen. Weil außerdem die Darmwand laufend Magnesium-Ionen absorbiert, wird zudem das Löslichkeitsgleichgewicht nicht erreicht. Experten sprechen davon, dass das Massenwirkungsgesetz in solchen offenen Systemen außer Kraft gesetzt ist. Der Effekt: Für jedes absorbierte Magnesium-Ion löst sich ein weiteres auf. Während der Magen-Darm-Passage löst sich daher mehr Magnesium-Salz als ursprünglich aufgrund der chemischen Angaben zu vermuten wäre. Bestätigt wird dies durch zahlreiche Studien. Die zeigen, dass Magnesium-Verbindungen mit unterschiedlichen Löslichkeiten wie Citrat, Aspartat, Oxid oder Carbonat sowohl pharmakologisch als auch biologisch und klinisch gleichwertig sind.

Faktoren, die die Verwertbarkeit der Magnesiumsalze beeinflussen

Der Magnesium-Gehalt des Körpers wird durch die Magnesium-Aufnahme im Darm und durch das Ausmaß der Resorption in der Niere beeinflusst. Unter normalen Bedingungen schwankt die Resorptionsrate im Dünndarm etwa zwischen 30 und 55 Prozent. Bei einem geringen Versorgungsstatus des Körpers kann diese Rate ansteigen, bei einem Überangebot fallen - gesteuert wird dies vor allem durch verschiedene Hormone. Außerdem bestimmen die Beweglichkeit des Darms, die Passagezeit des Stuhls und die Wechselwirkung des Magnesiums mit anderen Verbindungen im Nahrungsbrei die Verwertbarkeit für den Körper (=Bioverfügbarkeit). Von Bedeutung sind zudem das Lebensalter, körperliche Aktivität und Flüssigkeitsaufnahme. Hingegen spielt es keine Rolle, ob man Magnesium als organisches oder anorganisches Salz zu sich nimmt.