Organische und anorganische Ionen
Abgesehen von der Kristallform, der chemischen Eigenschaften und vieler weiterer Merkmale lassen sich Salze auch in zwei einfache Kategorien einteilen: In organische und anorganische Salze. Diese Unterscheidung ist eigentlich nur ein Trick der Chemiker, um ein wenig Ordnung in die Fülle der Salze zu bekommen. Die Trennlinie ist dabei fast ein wenig willkürlich: Alle Ionen, die aus Kohlenstoff aufgebaut sind, heißen organisch, der Rest anorganisch. Fälschlicherweise wird dadurch suggeriert, dass anorganische Salze nicht in der belebten Natur vorkommen - und im Zweifel sogar schlechter seien als ihre organischen Vettern. In Wirklichkeit könnten wir ohne anorganische Salze gar nicht leben. Nicht nur das lebenswichtige Kochsalz mit anorganischen Natrium- und Chlorid-Ionen ist dafür ein Beispiel, auch das Phosphat, das Iodid oder Fluorid sind für den Körper unentbehrlich. Genauso wie das Magnesium, ein anorganisches Kation: Es ist an über 300 verschiedenen Stoffwechselprozessen beteiligt und steuert die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven. Ein Magnesium-Defizit macht sich häufig mit schmerzhaften Wadenkrämpfen, aber auch durch Nervosität und bei Schwangeren durch vorzeitige Wehen bemerkbar.
Organisches Magnesiumsalz: Das ‚bessere’ Salz?
Im ersten Augenblick klingt es einleuchtend: Organische Magnesiumsalze sind - weil sie pflanzlichen Ursprungs sind - die ‚besseren’ Salze. Beim näheren Hinsehen ist die Aussage aber nicht haltbar. Ein ‚besseres’ Salz gibt es nicht. Organische Magnesiumsalze kommen zwar in Pflanzen vor, doch möglichst als Einzelionen streng voneinander getrennt. Das liegt daran, dass das Magnesiumion bei mehreren hundert enzymatischen Reaktionen des Zellstoffwechsels benötigt wird. Läge das Magnesium in Pflanzenzellen als organisches Salz vor, würde es diese Aufgaben nicht erfüllen können. Die Zellen wären irreversibel geschädigt. Daher findet sich beispielsweise das Salz der Zitronensäure in Obst, Zitrusfrüchten und einigen Beeren zwar in zum Teil hohen Konzentrationen - allerdings nur in Zellteilen mit wenig Magnesium. Und Pflanzenteile mit hohem Magnesium-Gehalt wie Hülsenfrüchte oder Getreidekörner wiederum haben in der Regel nur niedrige Konzentrationen dieses Anions.
