Krankenkasse und Schwangerschaft: Finanzielle Leistungen

Mit einer Schwangerschaft drängt sich den meisten werdenden Eltern auch die Frage nach den Finanzen auf. Für Erleichterung sorgen in dieser Zeit und darüber hinaus verschiedene Zuschüsse und Leistungen. Bereits in der Schwangerschaft müssen bestimmte Anträge gestellt werden: Beispielsweise zahlen die Krankenkassen in der Schwangerschaft das sogenannte Mutterschaftsgeld.


Münzen im Kinderwagen: Mutterschaftsgeld als finanzielle Leistung der Krankenkassen in der Schwangerschaft

Nach der Geburt stehen Eltern finanzielle Unterstützungen zur Verfügung: Die Krankenkassen zahlen zum Beispiel das Mutterschaftsgeld.

Mutterschaftsgeld: Die gesetzliche Leistung der Krankenkassen in der Schwangerschaft

Im Normalfall beginnt die Mutterschutzfrist sechs Wochen vor der Geburt und endet acht Wochen danach. Für diesen Zeitraum – und den Entbindungstag – zahlen die Krankenkassen das Mutterschaftsgeld: Zu beantragen ist die Leistung noch in der Schwangerschaft bei der gesetzlichen Krankenkasse – jedoch frühestens sieben Wochen vor der voraussichtlichen Entbindung.

Das Mutterschaftsgeld zahlen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nur pflicht- oder freiwillig versicherten Frauen. Darüber hinaus müssen diese einen Anspruch auf Zahlung von Krankengeld haben. Weitere Voraussetzungen sind:

  • Es muss ein Arbeits- oder Heimarbeitsverhältnis vorliegen.
  • Alternativ hat der Arbeitgeber das Beschäftigungsverhältnis während der Schwangerschaft ordentlich gekündigt.

Für freiwillig Versicherte, die hauptberuflich selbstständig sind, gelten andere Bedingungen: Frauen haben in der Schwangerschaft nur dann Anspruch auf Mutterschaftsgeld, wenn sie ihrer Krankenkasse gegenüber den Anspruch geltend machen (Wahlerklärung). Der Berechnung des Mutterschaftsgeldes liegt das durchschnittliche Arbeitsentgelt der letzten drei Kalendermonate zugrunde. Je Kalendertag werden jedoch höchstens 13 Euro für das Mutterschaftsgeld angerechnet.

Besteht keine eigene Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse – beispielsweise bei Privatversicherung oder Familienversicherung, erhalten Arbeiternehmerinnen das Mutterschaftsgeld vom Bundesversicherungsamt. Das entsprechende Antragsformular steht auf der Internetseite zur Verfügung.

Elterngeld und Elternzeit: Anträge während der Schwangerschaft stellen

Sowohl Vater als auch Mutter haben Anspruch auf Elternzeit: Bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können sich Eltern auf die Betreuung und Erziehung des Kindes konzentrieren. Der Anspruch besteht gegenüber dem Arbeitgeber, das heißt, in dieser Zeit ruhen die Hauptpflichten des Arbeitsverhältnisses. Ein Antrag auf Elternzeit sollte bereits in der Schwangerschaft gestellt werden: Die Elternzeit ist spätestens sieben Wochen vor deren Beginn beim Arbeitgeber anzumelden.

Um während der Elternzeit finanziell abgesichert zu sein, gibt es das Elterngeld. Die Leistung können Väter und Mütter beantragen, die sich der Betreuung ihres Kindes widmen möchten. Die Höhe des Elterngeldes richtet sich dabei nach dem Netto-Voreinkommen.

  • Ab 1.200 Euro liegt der Satz bei 66 beziehungsweise 65 Prozent.
  • Zwischen 1.000 und 1.200 Euro sind es 67 Prozent.
  • Liegt das Einkommen unter 1.000 Euro steigt der Satz schrittweise auf bis zu 100 Prozent an.

Der Antrag ist während der Elternzeit bei der Elterngeldstelle zu stellen. Dem Antragsformular sind unter anderem folgende Unterlagen beizulegen:

  • Geburtsurkunde
  • Kopien der Personalausweise beider Elternteile
  • Von der Krankenkasse: Bescheinigung über den Bezug von Mutterschaftsgeld
  • Vom Arbeitgeber: Bestätigung der gewährten Elternzeit
  • Vom Arbeitgeber: Bei Teilzeitanstellung einen Nachweis über die Höhe des voraussichtlichen Entgeltes
  • Lohn- oder Gehaltsnachweise der zwölf Monate des Bemessungszeitraumes
  • Einkommensteuerbescheid/Lohnsteuerausdruck vom Jahr vor der Geburt des Babys
Der Bezugszeitraum des Elterngeldes besteht für 12 Monate (Basiselterngeld). Bei gleicher Gesamthöhe kann der Betrag auch auf 24 Monate ausgedehnt werden; sprich, statt beispielsweise 300 Euro für 12 Monate, erhält man 150 Euro für 24 Monate (ElterngeldPlus). Dies kommt vor allem Eltern zugute, die während der Elternzeit einer Teilzeitarbeit nachkommen möchten.
 

Seit 2015 neu: ElterngeldPlus mit Partnerschaftsbonus

Für Geburten ab dem 01. Juli 2015 wurde das ElterngeldPlus sowie der Partnerschaftsbonus eingeführt. Dies ist insbesondere für diejenigen interessant, bei denen sich sowohl Vater als auch Mutter für Teilzeit entscheiden – und zwar parallel vier Monate lang mit jeweils 25 bis 30 Stunden in der Woche. Dafür erhalten die Eltern vier zusätzliche Monate ElterngeldPlus.