Wer stillt, braucht mehr

Wenn das Baby dann auf der Welt ist und gestillt wird, ist die junge Mutter weiterhin auf eine ausgewogene Ernährung angewiesen – und sie braucht ein Plus an Kalorien: In den ersten vier Monaten nach der Entbindung, wenn das Baby ausschließlich Muttermilch bekommt, wird eine zusätzliche Energiezufuhr von etwa 600 Kilokalorien pro Tag empfohlen. Auch der Bedarf an Vitalstoffen ist deutlich erhöht – das gilt speziell für die Vitamine A, C, E und die meisten B-Vitamine einschließlich Folsäure. Bei einigen Vitaminen (insbesondere C, E, Niacin und B12) besteht in der Stillzeit sogar ein noch höherer Bedarf als während der Schwangerschaft. Dasselbe gilt für die Spurenelemente Magnesium und Jod. Auch vom Eisen wird weiterhin mehr benötigt als unter normalen Umständen.

Besonders wichtig für stillende Mütter ist, dass ihre Kost die richtigen Fette enthält: Langkettige, mehrfach ungesättigte Fettsäuren – kurz LC-PUFA genannt – haben nämlich einen bedeutenden Einfluss auf die kindliche Entwicklung von Gehirn, Zentralnervensystem und die Netzhaut der Augen. LC-PUFA stecken reichlich in fettreichen Fischen wie Hering, Makrele und Lachs. Stillende sollten eine bis zwei Portionen (à 125 g) solcher Fische pro Woche essen. Auch Raps- und Wallnussöl sind empfehlenswert: Sie enthalten alpha-Linolensäure, die im mütterlichen Organismus in gewissem Umfang zu LC-PUFA umgewandelt werden kann.

Für die Milchbildung ist auch Eiweiß unentbehrlich: Stillende sollten deshalb regelmäßig Fisch, fettarmes Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und Getreide essen. Außerdem wichtig: Viel trinken! Zwei bis drei Liter Flüssigkeit werden pro Tag empfohlen.